Gartenvereine


Die Bildung der ersten Schrebergartenvereine in Sachsen erfolgte bereits nach dem 1. Weltkrieg im Zeitraum 1917 bis 1930.
Auch in Hoyerswerda entstanden Ende der 20er Jahre die ersten 4 Kleingartenanlagen.

Dieser Prozess wurde durch den 2. Weltkrieg stark eingeschränkt bzw. kam gegen dessen Ende vollständig zum Erliegen.

Bedingt durch die schlechte Versorgungslage der Bevölkerung mit Obst und Frischgemüse wurde 1948 damit begonnen, auf der Grundlage der "Kleingartenhilfe des FDGB" städtische Flächen zu deren Bewirtschaftung an interessierte Bürger zu übergeben.

In Hoyerswerda erfolgte dies im Rahmen der ersten Zusammenkunft der Antragsteller am 21.02.1949 in der Gaststätte "Goldener Stern", auf der die anwesenden 41 Teilnehmer den Kleingartenverein "Sonnenrose" gründeten. Bis 1956 vergrößerten sich diese Anlage auf 91 Gärten.

Der Zeitraum der Entwicklung des Kleingartenwesens vor 1955 und damit die Gründung des "Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter" - VKSK 1954 sowie dessen Eingliederung in die "Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe" - VdgB sind aber nicht Gegenstand dieses Projektes und werden infolge dessen nicht weiter vertieft.

Vereinsgründungen von 1949 bis 1964

Aller Anfang ist schwer.

Aller Anfang ist schwer.
Aller Anfang ist schwer.

In der Gründerzeit der Kleingartenvereine von 1961 bis 1969 entstanden in und um Hoyerswerda 11 neue Anlagen mit in Summe 803 Gärten. Dazu kommen geschätzte rd. 1000 Gärten, die ohne Genehmigungen angelegt wurden und die bis heute keinen Vereinen angehören.

2011 feierte z. Bsp. die KGA "An der Thrune" ihr 50-jähriges Bestehen und hat aus diesem Anlaß ein eigenes kleines Museum sowie einen Traditionsgarten angelegt. Auch eine Festschrift über die Entwicklung der Anlage wurde erarbeitet.

Vereinsgründungen von 1964 bis 1970

Die von der Stadt zur Bebauung und gärtnerischen Nutzung zur Verfügung gestellten Flächen deckten bei weitem nicht den Bedarf der Bevölkerung, der sich in einer wahren Antragsflut ausdrückte.
Deshalb wurden 1969 im Flächennutzungs- und Generalbebauungsplan westlich des so genannten "1000-Mann-Lagers" bis zum "Bluno'schen Gleis" Fläche für weitere 2000 Parzellen freigegeben.

Im Zeitraum von 1970 bis 1976 entstanden somit weitere 883 Gärten, deren Pächter sich in 12 Vereinen organisierten.

Vereinsgründungen von 1971 bis 1976

Kleingartenpark "Kühnichter Heide", Lauben mit Steildach
Kleingartenpark "Kühnichter Heide", Lauben mit Steildach

Ein weiterer Gründungsschub erfolgte von 1977 bis 1981 mit 9 neuen Kleingartenvereinen mit insgesamt 432 Gärten.

Vereinsgründungen 1976 bis 1979

Gartenlaubentyp "Weisswasser" mit Pultdach B22H
Gartenlaubentyp "Weisswasser" mit Pultdach B22H

In den folgenden 4 Jahren wurden wiederum 10 Anlagen kleiner bis mittlerer Größe und 486 Gärten gegründet.

Vereinsgründungen von 1981 bis 1982

Sparten- und Vereinshäuser
Sparten- und Vereinshäuser

Der ungebrochene Drang der Bevölkerung nach einem eigenen Wochenendgrundstück mit Garten manifestiert sich in weiteren 10 Anlagengründungen mit 426 Gärten im Zeitraum von 1983 bis 1989.

Vereingründungen von 1983 bis 1985

Der anfangs praktizierte Verkauf bzw. die Abgabe der Erträge an zentrale Versorgungsträger für Obst und Gemüse wandelte sich nach der deutschen Wiedervereinigung und dem damit vorhandenen Überangebot billiger Erzeugnisse in den Großmärkten und Discountern hin zur Selbstversorgung. Aber auch die unterstützende Versorgung der "Tafel für Bedürftige" mit frischem Obst und Gemüse nahm in dieser Zeit ihren Anfang.

Die sinnvolle Freizeitgestaltung und der Erholungsaspekt sowie Fachberatungen zum Anbau, Fruchtfolge oder Baumschnitt standen mehr und mehr im Vordergrund.

Vereinsgründungen von 1986 bis 1988

Als die mit der Marktwirtschaft verbundenen Unsicherheiten bezüglich der Rückübertragung von Eigentumsflächen an Privatpersonen, die weitere Finanzierbarkeit der Gärten hinsichtlich des Pachtzinses, der Wasser- und Abwasserkosten sowie der geltenden gesetzlichen Bestimmungen und Steuern weitestgehend bekannt und im Wesentlichen geklärt waren, gründeten sich seit 1990 nochmals 6 Kleingartenvereine.

Vereinsgründungen ab 1990

Der VHK am "7. Tag der Sachsen"

Festwiese
Festwiese

Auf Verbandsebene löste sich der 1954 gegründete "Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK)" am 28.07.1990 auf der Versammlung aller Kleingartensparten des Landkreises Hoyerswerda auf und gründete als dessen Rechtsnachfolger den "Verband der Garten- und Siedlerfreunde e.V." (VGS) welcher am 18.09.1990 vom Kreisgericht bestätigt und registriert wurde. Nach Austritt der Siedler erfolgte 1993 dessen Umbenennung in "Verband der Kleingärtner Hoyerswerda und Umland e.V." (VKH).

2010 gibt es in Hoyerswerda 73 Gartenvereine mit ca. 3930 Mitgliedern, von denen sich 55 in der Stadt und 18 im Umland befinden.
40% der bewirtschafteten Flächen befinden sich in kommunalem und 60% in privatem Eigentum. Da die Gartenanlagen fester Bestandteil des Konzeptes "Stadtumbau" sind, brauchen sich deren Unterpächter keine Sorgen um den weiteren rechtssicheren Bestand ihrer Anlage zu machen.

Quellen: (3), (134), zum Seitenanfang


Valid XHTML 1.0 Transitional  CSS ist valide!